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Sonntag, 13. April 2014

2x Estland @ goEast 14

Welch "Zufall", daß auch am zweiten Tag bei goEast beide Filme aus demselben Land stammten: Aus dem von mir so wertgeschätzten Estland.

Wobei der zweite eigentlich kaum die Bezeichnung Film verdient. Solch eine inhaltsleere, mit dummphilosophischen Versatzstücken angereicherte Ballade von der Billigung der Welt wie "Free Range" haben wir hier in Deutschland zuletzt von den 68ern vorgesetzt bekommen. Wer will sowas heute noch sehen?

Die Enttäuschung über den zweiten Film verstärkt allerdings nur die positive Erinnerung an den ersten: Ach, wäre es doch bloß ich gewesen, der die Postbotin auf Saaremaa hätte kennenlernen dürfen. So bleibt mir nur, Dir, liebe Kertu, alles Gute für Deine Zukunft zu wünschen. Ja, es ist Dein Leben!

2x Rußland @ goEast 14

Der Zufall wollte es, und so begann goEast gleich mit zwei Filmen aus Rußland: "Schande" ist das, was man in der Tat empfinden kann angesichts mancher Zustände in Putins Riesenreich (und das nicht nur, wenn ein U-Boot untergegangen ist), und "Me too" ist ein allzu verständlich Wunsch all jener, die sich auf die Suche nach dem Glück begeben - und es doch nicht finden werden.

goEast 14

Auch wenn aus Zeitgründen (vorübergehend?) in diesem Blog keine Postkarten mehr zu sehen sein werden, gibt es dennoch ab und zu etwas Interessantes zu berichten: Mein geliebtes Filmfestival goEast hat angefangen...

... aber warum sind schon drei Löcher in der Fünferkarte? Na, ganz einfach, der Samstag begann mit zwei Filmen - und damit ich ja nicht den Sonntag zuhause verbringe, habe ich mir auch schon eine dritte Eintrittskarte gekauft. Viel Spaß!

Donnerstag, 18. April 2013

Rückblick: goEast 13

Nun bin ich ja schon seit einigen Jahren zu Gast bei goEast, aber so gut wie dieses Jahr hat es mir noch nie gefallen. Selbst wenn sechs Filme in fünf Tagen natürlich angenehm anstrengend waren (die meisten Filme liefen nur mit englischen Untertiteln), so freue ich mich doch bereits jetzt auf nächstes Jahr!

Vielleicht reicht dann einer 5er-Karte gar nicht mehr aus, und ich kaufe mir gleich eine Dauerkarte...

Mittwoch, 17. April 2013

Die Himmelsbräute der Wiesenmari

Die Mari sind ein Volk mit einer dem Finnischen verwandten Sprache (die ebenfalls Mari heißt), und sie leben in der russischen Republik Mari El. So weit die Fakten.

Doch was habe ich da heute im Kino eigentlich gesehen? Die Himmelsbräute der Wiesenmari, einen Film über die Mädchen, Frauen und Großmütter der Mari, genauer gesagt der Wiesenmari, einem Teil dieses irgendwo an der Wolga lebenden Volks. Doch für mehr reichen meine Worte nicht - zu schwer ist es zu beschreiben, wovon die 30, 40 (oder gar 50?) so unterschiedlichen Kurzgeschichten handelten, die jede für sich bereits einen sehenswerten Kurzfilm darstellen würde.

Stellvertretend für alle sei nur eine erzählt: Ein jugendliches Mädchen hält einen Korb voller großer, schöner Pilze in seinen Händen, schaut sich einen nach dem anderen an, und schließlich sagt es zu einem: "So wie Du muß mein Ehemann sein." Ist das nicht herzzerreißend? Ist es.

Letzte Anmerkung: So sehr waren die Geschichten aus dem Leben gegriffen, daß ich gar nicht mehr wußte, ob der Film nun im Spielfilm- oder Doku-Wettbewerb von goEast lief. Was aber auch ziemlich egal war...

Dienstag, 16. April 2013

Smrt čoveka na Balkanu

Wieder einmal hat es goEast geschafft, mich dazu zu bringen, mir an einem Tag gleich zwei Kinofilme anzusehen!

Smrt čoveka na Balkanu (Tod eines Mannes auf dem Balkan): Skurriler geht's kaum noch als in diesem Film aus Serbien! Ein Komponist erschießt sich selbst - und eine Webcam zeichnet unbemerkt alles auf, was danach geschieht. Zu sehen sind: Ein Nachbar, noch ein Nachbar, ihre beiden Ehefrauen, ein Leichenbestatter, ein Wohnungsmakler samt Kundin, zwei Rettungssanitäter, zwei Polizisten, ein Kriminalinspektor und ein Pizzajunge - und alles konsequent aus einer einzigen Kameraperspektive gedreht.

Wie gesagt: Skurril! Und großartig!

Igrushki

Weißrußland: In einem Land, in dem es mittlerweile sogar verboten ist, sich grundlos schweigend in der Öffentlichkeit zu versammeln, wundert es nicht, wenn es auch ein Verbot gibt, mit einem Stofftier (irgrushki) den Bahnsteig zu betreten. Selbst wenn die Menschen von Schlobin schon seit langem nichts mehr verkaufen, werden sie nun sogar ihrer Hoffnung beraubt, etwas verkaufen zu können. Wann wirst Du, Weißrußland, endlich von diesem Tyrannen Lukaschenko erlöst? Wann?

Und wie bereits gestern wurde das Kinoerlebnis bereichert durch die Anwesenheit von Regisseurin und Produzentin, die nach dem Film ausführlich Fragen beantworteten und einen Einblick lieferten, was es bedeutete, als Litauerin in ihrem Nachbarland diese Dokumentation zu erstellen.

Montag, 15. April 2013

Stroiteli

Ein korrupter Staat, der die Menschen durch Enteignung ihres Baulandes beraubt, wenn sie nicht schnell genug darauf ein Haus bauen und bei Bedarf auch mal schnell noch die entsprechenden Gesetze verschärft: Davon erzählt Stroiteli, ein überzeugend minimalistisch, in Schwarz-Weiß gedrehter Film aus Kasachstan.

Und genau so interessant wie dieser Realitäten widerspiegelnde Film war das anschließende Publikumsgespräch mit Regisseur und Produzent. Ja, so muß ein Filmfestival sein!

Seenelkäik

Wenn ein korrupter Politiker erzählt, er habe sich beim Pilzesammeln in den Weiten und Tiefen der estnischen Wälder verirrt und erst nach drei Tagen wieder herausgefunden, so mag das stimmen. Wenn er dann aber weitererzählt, welch schreckliche Erlebnisse ihm widerfahren sind, daß er jetzt die Sorgen und Nöte der kleinen Leute viel besser versteht und zum Schluß an die Solidarität aller appelliert, dann sollte man ihm besser nicht glauben. Oder erst gar nicht zuhören.

Kes meist nüüd loll on?
Wer von uns ist jetzt blöd?

Schade, daß Seenelkäik nicht im offiziellen Wettbewerb von goEast 13 lief und somit nicht den Hauptpreis des Filmfestivals gewinnen kann - verdient hätte er ihn allemal!

Samstag, 13. April 2013

goEast 13

goEast hat begonnen! Nachdem ich es letztes Jahr urlaubsbedingt ausfallen lassen mußte, hätte ich es nun fast verpennt... Aber es bleiben noch genügend Tage, damit sich die 5er-Karte für das Festival des mittel- und osteuropäischen Films auch lohnt!

Zwar war der erste Film (Izmena aus Rußland) nach interessantem Beginn etwas zu langatmig geraten, aber egal: Morgen geht's weiter - und es geht nach Estland. Da freu' ich mich jetzt schon drauf!

Samstag, 16. April 2011

goEast 11

Wie im letzten Jahr wieder 6 Filme bei goEast - und gewonnen haben Sibirien Monamour (persönlich) und Der Heizer (offiziell). Vielleicht mache ich ja im nächsten Jahr im April Urlaub? Oder wenigstens ein Kinowochenende? Und wann ist eigentlich Cottbus?

Montag, 11. April 2011

Amnestie - Morgen

goEast zu Besuch auf dem Balkan: Zunächst in Albanien, wo am Ende die Blutrache nicht nur zwei Leben zerstörte, sondern auch die Hoffnung des Zuschauers auf ein besseres Leben in der nahen Zukunft, dann an der rumänisch-ungarischen Grenze, dort, wo die EU noch nicht ganz EU ist und wo neben manchen Menschen auch zu große Karpfen und Straßenmarkierungsfahrzeuge mit der falschen Farbe unerwünscht sind. Es gibt noch viel zu tun in Europa...

Lumekuninganna

So recht warm konnte man mit diesem Film, der bei -20 Grad Celsius gedreht wurde, nicht werden. Ich hätte früher mehr Märchen lesen solle, dann würde ich vielleicht jetzt auch H. C. Andersens Schneekönigin kennen - und mich nicht so sehr mit der Frage beschäftigen, wo denn die Außenaufnahmen gemacht wurden: So hohe Berge gibt's doch in Estland gar nicht...

Freitag, 8. April 2011

Grüner Drachen und Sibirien

Tag 2 des goEast-Festivals: Zunächst die heiter-melancholische Geschichte der Kinder des Grünen Drachen aus Ungarn, gefolgt von dem düster-traurigen Drama Sibirien Monamour aus der russischen Taiga: Selbst wenn es auch Geschöpfe der Natur sind, an diesem Abend mußte man Wölfe hassen...

Donnerstag, 7. April 2011

Der Heizer

Kochegar (Der Heizer): Ein nicht zuletzt wegen der sich endlos wiederholenden Gute-Laune-Musik verstörend wirkender Film über die in Armut und Vergessenheit lebenden sowjetischen Kriegsveteranen, während sich im heutigen Rußland jene als Helden betrachten, die am skrupellosesten Reichtum anhäufen. Auch wenn das traurige Ende trotz allen Hoffens nicht vermeidbar war, so lebt doch wenigstens die Geschichte des Heizers weiter. Hoffentlich.

Dienstag, 18. Mai 2010

goEast 10

Als ob man Postkarten aus sechs verschiedenen Ländern in nur fünf Tagen bekommen hätte: Das 10. goEast-Filmfestival, erneut eine großartige Reise durch Mittel- und Osteuropa.

Dienstag, 27. April 2010

Osadné

Nach sechs Filmen in fünf Tagen endete die diesjährige goEast-Reise durch Osteuropa im slowakischen Osadné, wo in der Dorfkneipe sogar die Europafahne hängt: Freude, schöner Götterfunken.

Montag, 26. April 2010

Stara škola kapitalizma

Die alte Schule des Kapitalismus aus Serbien - und während des Abspanns gab's gleich dreimal die Internationale.

Sonntag, 25. April 2010

Babske Radio

Selbst wenn das Landleben keineswegs idyllisch, sondern hart und beschwerlich ist, beneidet man doch irgendwie die Menschen von Babske Radio um ihr einfaches Zufriedensein.

Samstag, 24. April 2010

How I Ended This Summer

How I Ended His Summer: Zum Trocknen in der salzigen Luft aufgehängter Fisch, weit und breit keine Bäume sowie überall Meer. Klingt nach Färöer? War aber der östlichste Zipfel Sibiriens: Tschukotka.